| www.deutsche-marinesoldaten.de | Letzte Änderung: 14.10.2005 |
Oberleutnant d.R.
(Marineartillerie)
Korvettenkapitän (Bundesmarine)
Richard Seuss
| geboren am 28.08.1897 in Leipzig gestorben am 26.09.1963 in Münster / Westfalen |
tabellarischer Lebenslauf
01.08.41 Leutnant (M.A.) der Reserve
01.11.41 Oberleutnant (M.A.) der Reserve
23.08.42 Batteriechef der Seeziel-Batterie "Ile de
Cezembre" der Marine-Artillerie-Abteilung 608
15.08.44 Ritterkreuz als Oberleutnant (M.A.), Chef
der Batterie "Ile de Cezembre" (MAA 608)
17.08.44 US-amerikanische Kriegsgefangenschaft
02.09.44 Eichenlaub (577.) als Oberleutnant (M.A.),
Chef der Batterie "Ile de Cezembre" (MAA 608)
Lebenslauf
Am 28.8.1897 wurde Richard Seuß in Leipzig geboren. In das
kaiserliche Heer trat er am 5.2.1917 ein und absolvierte seine
Grundausbildung. Seine Soldatenzeit dauerte zunächst bis zum
29.1.1919 .
Am 16.3.1935 wurde Seuß als Feldwebel d.R. übernommen.
Am 8.9.39 trat Seuß seinen Dienst bei der Artillerie-Ersatz-Abteilung Plauen an. Am 23.9.40 wurde er in die Kriegsmarine übernommen. Ab dem 23.1.41 wurde er schließlich bei der Marine-Artillerie-Abteilung 117 in Libau eingesetzt, seit dem 4.3.41 als Batterie-Offizier (u.a. einer 15 cm-Seeziel-Batterie). Am 01.08.41 erfolgte die Beförderung zum Leutnant (M.A.) der Reserve. Am 21.10.41 kam die Versetzung als Batterie-Offizier zur Marine-Artillerie-Abteilung 119 auf die Halbinsel Hela und am 01.11.41 wurde Richard Seuß zum Oberleutnant (M.A.) der Reserve befördert. Der 13.7.42 brachte Seuß eine neue Dinststelle; als Batterie-Führer und Stabsoffizier bei der Marine-Artillerie-Abteilung 244 bei Calais.
Am 23.8.42 wurde Richard Seuß Batteriechef der
Seeziel-Batterie "Ile de Cezembre" der
Marine-Artillerie-Abteilung 608 in St.Malo. Nach der Invasion
entbrannte im August 1944 der Kampf um die französische
Hafenstadt St.Malo. Festungskommandant war Oberst Andreas von
Aulock (551.Eichenlaub am 16.8.44), Hafenkommandant war Kapitän
zur See Werner Endell (RK am 18.8.44).
Am 3.8. erreichte das VIII.US-Armeekorps (GenMaj. Middleton)
St.Malo und schlossen die Stadt bis zum 5.8. völlig ein. In
erbitterten Straßenkämpfen nahmen die Amerikaner die Stadt bis
zum 16.8. . Die Zitadelle fiel schließlich als letzte Bastion am
18.8.44 .
Mit seiner Batterie fügte Oberleutnant Seuß dem Feind bei der
Verteidigung von St.Malo empfindliche Verluste zu und nahm sogar
den Kampf mit großen amerikanischen Schiffseinheiten auf. Für
diesen Einsatz wurde Seuß am 15.8.44 mit dem Ritterkreuz
ausgezeichnet. Am 17.8.44 geriet er in US-amerikanische
Kriegsgefangenschaft. Noch am 2.9.44 erhielt Seuß
als
577. Soldat der Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Seuß wurde zweimal im Wehrmachtsbericht erwähnt. Nach dem Krieg diente er in der Bundesmarine. Bei seinem Tod am 26.09.1963 bekleidete er den Dienstgrad eines Korvettenkapitäns.
Literatur:
Dörr, Manfred: Die Ritterkreuzträger der Überwasserstreitkräfte der Kriegsmarine, Biblio-Verlag Osnabrück, 1995 u. 1996 (2 Bände)
Fellgiebel, Walter-Peer: Die Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes 1939-1945, Podzun-Pallas-Verlag Friedberg, 1986
Mallmann-Showell, J.P.: Das Buch der deutschen Kriegsmarine 1939 - 1945, Motorbuch Verlag Stuttgart, 1982
Piekalkiewicz, Janusz: Invasion, Bertelsmann Gütersloh